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Christ Feinmechanik aus Langgöns stellt Erweiterungsgebäude vor

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Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier sprach als Ehrengast von einem „Meilenstein und einem wichtigen Zeichen“ für das Unternehmen, für Langgöns und die Region.

LANGGÖNS - (wf). Anders als geplant geriet der „Open House“-Tag 2019 der Christ Feinmechanik GmbH & Co. KG, dessen integraler Teil am gestrigen Freitag die offizielle Inbetriebnahme und Vorstellung des neuen Produktions- und Bürogebäudes war, zunächst zu einer Gedenkfeier für den Firmengründer Karl-Ludwig Christ. Dieser starb nach kurzer schwerer Krankheit erst vor wenigen Tagen am 5. August. Bis zum Ende war er in dem von ihm und seiner Ehefrau Gretel vor 55 Jahren gegründeten Betrieb aktiv tätig, so sein Sohn Andreas Christ, der das Unternehmen seit dem Jahr 2000 leitet. 

„Die Uhr bleibt nicht stehen, es gilt, weiter nach vorne zu schauen“, gab der Sohn den Wunsch des Vaters vor 150 Gästen bekannt. „Nie aufgeben und auch in schwierigen Zeiten Mut und Hoffnung nicht verlieren“, mit diesem in seinem christlichen Glauben verwurzelten Werteverständnis habe Karl-Ludwig Christ das Familienunternehmen geleitet und bis zum Schluss geprägt. 

Nach einem Jahr Bauzeit „und am Ende eines nicht immer einfachen Weges“ – zuletzt sorgte noch ein Wasserschaden für die finale Verzögerung – dürfe nun Einweihung gefeiert werden. „Viele Hände haben Stein für Stein etwas Tolles geschaffen“, dankte Andreas Christ allen Beteiligten. Nun könne das Motto „Präzision für die Zukunft“ im Sinne des Vaters umgesetzt werden. 

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier sprach als Ehrengast von einem „Meilenstein und einem wichtigen Zeichen“ für das Unternehmen, für Langgöns und die Region. „Mut zur Zukunft, Mut, Neues zu wagen – das sind die wichtigsten Botschaften, die von dem Firmenneubau ausgehen“, ließ Bouffier wissen. Als „klassisches mittelständisches Familienunternehmen“ bezeichnet er die Firma Christ. „Der Mittelstand ist der Kern unserer Wirtschaft.“ 

Familienunternehmen lebten von der Überzeugung, etwas schaffen und leisten zu können, Familienunternehmen gingen auch ins kalkulierte Risiko und übernähmen für sich und andere Verantwortung, schafften Arbeitsplätze und böten der Jugend Lehrstellen an. Der „Spirit“, der Familienunternehmen präge und auszeichne, könne weder von der Politik noch von irgendjemand anderem verordnet werden. 
Die auf Tradition gegründete und mutig Neues wagende Feinmechanik Christ GmbH setze mit ihrer Investition in die erweiterte Firmenunterkunft ein wichtiges Zeichen. 

3,5 Millionen Euro hat das Familienunternehmen mit Sitz „An der Alten Bach 2“ in Langgöns investiert. Dies auch zur Zukunftssicherung der mittlerweile rund 60 Beschäftigten, die auf nun fast 3000 Quadratmetern Fertigungsfläche mit Sägen, Drehen, Fräsen, Schleifen, Montage, Entwicklung und Konstruktion für die optische Industrie, den Maschinenbau, die Medizin- und Vakuumtechnik rund fünf Millionen Euro Umsatz pro Jahr generieren. Auch Rainer Schwarz, Präsident der IHK Gießen-Friedberg, und Bürgermeister Marius Reusch hoben die Bedeutung des Mittelstandes für die gesamte Wirtschaft und die Erweiterungsinvestition der Christ GmbH als sehr wichtig für den Standort Langgöns hervor. Christ sei von Beginn an in Langgöns verwurzelt, stelle wertvolle Arbeitsplätze für Menschen aus dem Ort und der Region zur Verfügung. Ebenso wie Bürgermeister Reusch hob auch Pfarrer Achim Kessler das nachhaltige gesellschaftliche und vor allem kirchliche Engagement der Familie Christ hervor, was sozusagen „vom Vater auf den Sohn“ weitergegeben wurde. 

(Gießener Allgemeine, 17.8.2019)